
AUSGANGSLAGE
Viele Wege, begrenztes Budget
Ein neues Produkt zu entwickeln, eine Formulierung, ein Assay oder ein Prozess, heißt, aus vielen Möglichkeiten den richtigen Weg zu finden. Ihre Experimente sind sorgfältig geplant. Doch jeder Versuch kostet Zeit, Material und Budget, und die Zahl der denkbaren Kombinationen aus Komponenten, Konzentrationen und Bedingungen ist größer, als sich durchprobieren lässt. Gerade im Mittelstand, wo die Ressourcen begrenzt sind, entscheidet die Wahl des nächsten Versuchs mit darüber, wie schnell und zu welchen Kosten Sie ans Ziel kommen.
Zugleich steckt in den Versuchen, die Sie über Jahre gesammelt haben, oft mehr Antwort, als bisher daraus gewonnen wurde. Wer ein bestehendes Produkt anpasst, etwa eine Rezeptur kundenspezifisch abwandelt, kann auf solche gewachsenen Datenbestände zurückgreifen. Bei einer Neuentwicklung dagegen sind Messwerte knapp und teuer. In beiden Fällen entscheidet nicht nur, wie viele Daten vorliegen, sondern auch, wie gut sie sind. Auch aus wenigen, teuren Messungen lassen sich belastbare Antworten gewinnen, wenn die richtige Art von KI dahinter rechnet.
WELCHE KI
KI ist mehr als ein Chatbot
Wer heute „KI" hört, denkt an einen Chatbot, der Texte formuliert. Das ist verständlich, denn dieses eine Werkzeug steht gerade auf jedem Bildschirm. Doch AlphaFold, das KI-System, das die dreidimensionale Struktur von Proteinen vorhersagt und seinen Entwicklern einen Nobelpreis einbrachte, hat mit einem Chatbot wenig gemein. Künstliche Intelligenz ist ein weites Feld, und das Sprachmodell ist nur eine Ecke davon.
Für Labordaten arbeiten wir in einer anderen Ecke dieses Feldes, mit rechnenden, statistisch lernenden Verfahren wie PLS-Regression, Random Forest oder Bayesian Optimization. Diese Modelle sind nachvollziehbar. Sie zeigen, welcher Faktor ein Ergebnis getrieben hat, sie liefern bei gleichen Daten reproduzierbare Ergebnisse, und sie erfinden keine Zahlen. Wo ein Sprachmodell eine plausibel klingende Antwort formulieren würde, rechnet ein solches Modell nach und macht das Ergebnis bis zum einzelnen Koeffizienten prüfbar.
Diese Transparenz ist in der Life-Science-Branche keine Nebensache. In der Diagnostik verlangen Zulassungsstellen zunehmend, dass eine Entscheidung bis zu ihrer Ursache rückverfolgbar ist. So hat die FDA Anfang 2026 in einem Leitlinienentwurf Bayes-Methoden für klinische Studien ausdrücklich gestärkt, gerade dort, wo nur wenige Daten vorliegen. Die nachvollziehbare, rechnende KI ist damit kein Kompromiss gegenüber dem, was gerade Schlagzeilen macht, sondern die Richtung, in die sich regulierte Entwicklung bewegt. Diese KI bringen wir an Ihre Labordaten.
SO ARBEITEN WIR
Vom Datensatz zum nächsten Experiment
Ob Sie auf jahrelang gewachsene Daten zurückgreifen oder mit einem schlanken Versuchsplan bei null starten, in beiden Fällen bereiten wir die Daten auf und werten sie in unserer eigenen, auf Labordaten zugeschnittenen KI-Plattform Inno AI Suite aus. Sie läuft lokal, Ihre Daten gehen nicht in eine Cloud. Die Plattform zeigt, welche Faktoren zählen, und schlägt die aussichtsreichsten nächsten Experimente vor. Welche davon im Labor Sinn ergeben, beurteilen wir gemeinsam: wir mit unserer Erfahrung aus der Life-Science-Entwicklung, Ihr Team mit seinem Fachwissen über Produkt und Prozess. Ihre Messwerte fließen zurück ins Modell, das mit jedem Durchlauf präziser wird.
Rechnen und Messen im Wechsel
Die KI ist Teil Ihres Entwicklungsprozesses: Die Plattform rechnet und lernt, Ihr Labor misst und skaliert sein Wissen.
NUTZEN
Weniger Versuche, verlässlichere Entscheidungen
Der Gewinn ist unmittelbar. Statt viele Konditionen nach dem Trial-and-Error-Prinzip durchzuprobieren, konzentrieren Sie Ihre Ressourcen auf die wenigen Experimente mit dem größten Erkenntnisgewinn. Sie sehen früh, welche Komponenten oder Parameter den Ausschlag geben.
Schematische Darstellung. Jeder Punkt ist ein Versuch, der Stern das theoretisch bestmögliche Ergebnis.
Das gelingt auch mit kleinen Datensätzen. Schon wenige Dutzend Messungen reichen zum Start, und wo das Fachwissen Ihres Teams einfließt, sind es noch weniger. Schlechte Daten dagegen rettet keine KI.
Deshalb prüfen wir zuerst die Aussagekraft Ihrer Daten und richten die Erhebung so aus, dass daraus verwertbare Information entsteht, kein Datenfriedhof. Weil die Modelle offenlegen, wie sie rechnen, fällt dabei auf, wenn ein Zusammenhang in die Irre führt oder der Versuchsraum noch nicht ausgeschöpft ist.
FAQ
Häufige Fragen zur Labordatenanalyse mit KI-Methoden.
Daten, Regulatorik & Verlässlichkeit
Ihre Daten bleiben bei Ihnen. Unsere KI-Plattform läuft lokal, Ihre Messwerte gehen nicht in eine Cloud. Auf Wunsch arbeiten wir mit pseudonymisierten Datensätzen. Und unsere Modelle sind mit eigenen Daten entwickelt: Wir verwenden keine Kundendaten wieder, um Modelle für andere zu trainieren. Was in Ihrem Projekt entsteht, bleibt Ihrem Projekt vorbehalten.
Ja, und gerade die Nachvollziehbarkeit hilft dabei. Weil die Modelle rechnen und ihre Ergebnisse bis zum einzelnen Koeffizienten prüfbar sind, lässt sich eine Entscheidung bis zu ihrer Ursache zurückverfolgen, was Zulassungsstellen in der Diagnostik zunehmend verlangen. Die FDA hat Anfang 2026 in einem Leitlinienentwurf Bayes-Methoden für klinische Studien ausdrücklich gestärkt, gerade dort, wo nur wenige Daten vorliegen. Tiefere regulatorische Fachfragen, etwa zur GxP-Validierung, klären wir bei Bedarf mit spezialisierten Partnern.
Modelle können an Genauigkeit verlieren, wenn sich Materialien, Geräte oder Prozesse ändern, ein Effekt, den man als Model-Drift kennt. Wir behandeln das als Teil der Qualitätssicherung: Die Vorhersagen werden gegen neue Messungen überwacht, und wenn die Abweichung wächst, führen wir das Modell nach. So bleibt die Aussage verlässlich, statt unbemerkt zu veralten.
Beide heißen „KI“, arbeiten aber grundverschieden. ChatGPT ist ein Sprachmodell und formuliert plausibel klingende Texte. AlphaFold sagt die dreidimensionale Struktur von Proteinen voraus und rechnet dafür auf physikalisch-strukturellen Zusammenhängen, ohne Sprache zu erzeugen. Für Labordaten arbeiten wir in derselben rechnenden Ecke wie AlphaFold, nicht in der eines Chatbots: mit Verfahren, die nachrechnen statt zu formulieren.
Kontakt
Sprechen wir über Ihre Daten
Ob sich Ihre Fragestellung für einen KI-gestützten Ansatz eignet, klärt sich am besten an Ihren Daten. In einem kostenfreien Erstgespräch schauen wir auf Ihre Datenlage und sagen Ihnen ehrlich, ob und wo sich der Aufwand lohnt. Was daraus folgt, setzen wir mit Ihnen um, von der Analyse bis zu den nächsten Experimenten.
